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Ungelesener BeitragVerfasst: So 17. Feb 2013, 09:56 
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Ich mache mal einen neuen Beitragsbaum auf, wenn drei Mannen reisen, könnte es ja auch links und rechts des Schienenstranges lustig werden, und entsprechend Material zusammenkommen.

Die mittelfristigen Wetteraussichten wechseln ja ohnehin täglich, aber momentan wird eine mir sehr sympathische Konstellation vorausgesagt: Zur Wochenmitte wieder kälter mit Schneefall und in höheren Lagen Dauerfrost (Sind die Ardennenausläufer ja) und ab Freitag auch mit Sonnenstrahlen....bitte bitte, lieber Petrus, DAS wäre was, bleibe bitte dabei!!!

Reiner und ich kommen also von der Sieg nach Düren gefahren, und weiter mit dem RE1, wo dann der Nils per rasender Weißwurst zu uns stößt. Na dann paß mal schön auf, daß Du nicht auch nen 403 erwischst, und in Düren für's letzte Stück in einen (natürlich umgekehrt gereihten) 406 umsteigen mußt, so wie wir im Mai auf dem Weg nach SCO... :P
Dann gehts um 8:35 nach kurzer Planung mit Tatzlagerantrieb weiter nach Westen.... so weit die Rohplanung!
Mittagessen dann in einer echten belgischen Friterie (Friture) mit oder ohne Klosterbier, jeder wie er mag... :lol:

Kurzentschlossene (außer Spaßbremsen) sind jederzeit willkommen.

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„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“
Albert Einstein
"Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich...!"
Konrad Adenauer


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: So 17. Feb 2013, 11:06 
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Ich komme dann um 816 mit dem ICE 18 in der Kaiserstadt an.

Meine bevorzugte (späteste) Rückfahrt wäre um 1951 ab Aachen, es ginge auch noch 2051, da bin ich aber erst Samstag daheim.

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Grüße aus Mainz, Nils

Wer hätte je gedacht, dass es ausgerechnet Statistiker sein würden, die dem deutschen Volk die größten Verluste seit dem zweiten Weltkrieg zufügen würden?


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: So 17. Feb 2013, 11:32 
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Dann wünsch ich euch viel Spass,

und der ist garantiert gegeben... ich erinnere an Nürnberg :lol:

Ich bin leider anderweitig behindert.


Gruß

Marcus


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: Do 21. Feb 2013, 19:45 
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Morgen früh ist es so weit....

Anreise über die Sieg mit Plastikbahn 10902 bis Düren, Ankunft 07:13 Uhr, Euregio-Tickets lösen!
Weiter mit RE 10106 (NRW-Expreß 07:39 Uhr) oder, wenn wir flott sind, mit RB 11008 über die Eschweiler Talbahn ab 07:17 (auch sicherlich interessant)
Ankunft Aachen Hbf RB 08:01 oder RE 08:07
Nils kommt dann auch irgendwann gegen 08:16 mit ICE 18 dazu

Der belgische ET kommt dann um 08:26 an, mit dem geht's dann wie geplant ins blaue...Abfahrt in die Vergangenheit um 08:35 Uhr!

Das Wetter soll halbwegs mitspielen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: Fr 22. Feb 2013, 22:07 
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Hier mal ein erstes Bild von der Tour. Nein, es ist nicht in Belgien enstanden und nein, es zeigt auch keinen AM 262!

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Ach ja: die alte Trassenführung hinter Spa Richtung Lux erkennt man auf dem Luftbild noch, als wäre sie erst gestern abgebaut worden!


Ich weiß auch wofür die Schraube war: Im Flughafen gingen sämtliche Rolltreppen in meiner Richtung nicht. Trotzdem vier Minuten von der Tür des ICE 129 bis zum Bahnsteig Gleis 3 im Regiobahnhof :)

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Grüße aus Mainz, Nils

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2013, 08:43 
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Morgen zusammen!
Wie soll die Schraube denn in die Krüppelkarre gekommen sein? Hab sie übrigens wirklich mit heim genommen - Beweissicherung! :lol:

Muß jetzt gleich erst mal los, den Nachbarn einsammeln, dann mit anderen Schrauben spielen und dann noch Spätdienst, mit Bildern, das dauert bei mir noch ein Weilchen, denn morgen hab ich den ganzen Tag Pendeldienst - na vielleicht klappts heute Abend ja noch...!

Übrigens - nach 242 km Tal-Ente tun mir dank dieser kleinen, hart gepolsterten und unergonomisch geformten Sitze und der Schüttelkur alle Knochen weh! Scheiß Kisten!!! :evil:

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2013, 14:24 
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Ja, geschüttelt hat die Tal Ente schon wirklich extrem. Da waren alle anderen an diesem Tag benutzten Eisenbahnfahrzeuge Lichtjahre bzw. Parsek von entfernt. Nur dem Talent 1 der Euregiobahn merkte man seine Verwandtheit doch schon stellweise an - halt Bombardier :lol:

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mendener

Achtung: Der o.a. Text kann Spuren von IRONIE enthalten!


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 23. Feb 2013, 21:29 
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Dann will ich mal mit der Bilderdokumentation anfangen.

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Gerade so, dass die Schmiererei am hinteren Triebwagen verdeckt wurde.

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Alter Zug trifft neue Architektur

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Reges Treiben im Designer-Palast-Der-Winde Lüttich

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Einfahrt eines ICs

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Ah ja...

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Auch die Belgier müssen sparen. Kanalrohre als Unterführung. Aber sauber und wohlriechend!

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Einfahrt des Zuges aus Aachen

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Direkter Vergleich zwischen freundlichen...

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...und strengem Triebwagen

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Unser Zug nach Spa über Verviers und Pepinster

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In Welkenraedt muss natürlich wieder so ein Forumsmitglied das Bild kaputtmachen

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20min Aufenthalt in Verviers...

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...wo dann mit einem Höllentempo dieser Funkmesszug durchdonnerte

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Geschoben natürlich von einem deutschen Qualitätsprodukt der Firma Sehr Intelligent Erscheinende Menschen Entwerfen Nicht funktionierende Schienenfahrzeuge!

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Hier einmal das Sattelgebäude in seiner vollen Pracht

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Ende der Strecke in Spa-Geronstere (oder wie auch immer das heißt)

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Der "Schmerzautomat"

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Ein Vectron, ein Vectron!!!

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Zug nach Maastricht in Liege

Manager von DB Netz bitte jetzt die Herztabletten einwerfen!











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Weichenstraße in Heerlen (NL)

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Schon seltsam. Fährt man extra nach Heerlen und trifft da RuS-Forenmitglieder :o ;)

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Und nochmal der Hondekop als Sprinter nach Sittard

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Und der moderne Nahverkehrs in NL. Immerhin besser als Bombardier/Siemens!

Unsere Fahrtroute: Aachen - Liege - Welkenraedt - Spa-Geronstere - zu Fuß nach Spa - Pepinster - Liege - Maastricht - Heerlen - Aachen - Köln

Alles in allem war das eine sehr schöne Tour, gerne wieder, als nächstes Ziel wurde die Erzbahn festgelegt 8-) :P

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 25. Feb 2013, 11:39 
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Dann leg ich jetzt endlich nach...
8:30, Aachen, die Frisur sitzt...AM62! Kurioserweise wie bei meiner letzten Tour der 155:
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9:30, Lüttich, Palast der Winde...AM62! Es schneite übrigens leicht in der Halle.... :lol:
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Was mir vor drei Wochen ganz entgangen war...es gibt wohl eine Maschine (Wir haben da auch etwas entdeckt...), die ein wenig höher kommt, aber offenbar in längeren Intervallen...unten immer noch der 155, der auf Rückfahrt nach Aachen wartet...
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Eieiei...Fotopunkt Rolltreppe - in Fahrt. Wir waren drauf und dran, zwecks stabilem Grund einen der roten Knöpfe zu drücken, aber scheuten dann doch das Risoko der Bestrafung. Also mußte zu Hause digital geradegerückt und nachgeschärft werden...Hier sehen wir die 2708 mit einem Schwung M4-Nahverkehrswagen. Diese 3-kV-Gleichstrom-Maschinen mit der zeitlosen Form wurden 1981-1984 angeschafft, leisten bis zu 4.380 kW (knapp 6.000 PS), und erreichen 160 km/h, sie bilden heute noch einen wichtigen Teil des Rückgrates des schnellen SNCB-Städteverkehrs.
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Für die Freunde des "modernen" Städteschnellverkehrs stellvertretend eine "Gumminase", rein dokumentarisch - schön finde ich die nicht wirklich....:
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Kurz vor 10 wurde spontan der Entschluß gefaßt, wieder nach Welkenraedt zurückzufahren, um dort den aus Aachen zurückkehrenden AM62 zu erwischen. Überhaupt wurden die jeweils folgenden Stationen kurzfristig und frei Schnauze gewählt - so eine Netzkarte ist doch toll....Hier beim Warten auf unseren bereits angekündigten IC der AM62 ins niederländische Maastricht. Kleiner Grenzverkehr, ebenfalls (u.a.) mit den alten Schätzchen:
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Bei diesem Bild sei übrigens gesagt, daß von mir (auch im folgenden) nachträglich auf digitalem Wege einzelne Farbschmierereien entfernt wurden. Eigentlich bin ich nicht für Bildmanipulation, aber meine Abneigung gegen diese asozialen Sachbeschädigungen und mein Sinn für Ästhetik ist da noch höher priorisiert....

Der IC war (wie auf dieser Linie üblich) sehr lang und aus äußerst bequemen Wagen gebildet, die die Fahrt im Nullkommanix verstreichen ließen. Und erfreulicherweise erwartete uns in Welkenraedt dann auch die Sonne - aber auch ein strenger Nordostwind, der die Warterei auf den Nachschuß auf unseren geschobenen IC nicht gerade versüßte....nun fahr doch endlich ab...! :?
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Und was schiebt? Natürlich ein(e?) Vectron. Naja, immerhin kein Traxx-Gedöns, das wäre ja noch langweiliger, und das Bild hätte ich mir dann sicher auch geschenkt, ich boykottiere diese Dinger inzwischen weitgehend fotografisch.
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Aber dann flott flott auf den gegenüberliegenden Fußweg am Hang, viel Zeit war nicht mehr - und da kam er auch schon, pünktlich auf die Minute und im schönsten Wintersonnenlicht:
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Ein Nachschuß mit dem noch recht neuen EG von Welkenraedt darf natürlich nicht fehlen. Hier stand bis vor gut 15 Jahren noch eine Reihe barackenähnlicher Gebäude für Bahn- und Zollzwecke. Nicht sehr schön, aber irgendwie hatten die in Kombination mit den allgegenwärtigen Betonzäunen einen gewissen morbiden Charme. Naja, das hier ist aber auch mal ein moderner Bahnhof, der mir gefällt...bei uns wäre es wohl ein Minus- äääh Pluspunkt geworden...
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Und wo geht es jetzt zur Stadtmitte bitte?
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Egal, wir gingen jedenfalls zum Bf zurück, denn am Hang pfiff der Wind noch ein wenig unfreundlicher. Der Bahnhof war übrigens (selbstverständlich) komplett geräumt und gestreut, einschließlich aller Zuwegungen. Da die Bahnhöfe und die Strecken gemeinsam von Infrabel betreut werden, gibt es da keine Zuständigkeits- oder Organisationsprobleme...
Hier ein Blick auf die Nicht-Bahnsteigseite unseres "freundlichen" (waagerechte Lampen) 265, den wir bis ins Ardennenstädtchen Spa-Géronstère nahmen:
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Immer diese Fuzzies....wir sind übrigens trotz gewisser sprachlicher Hürden mit unseren Rucksäcken stets auf freundliche Resonanz gestoßen, im Bahnhof sprach uns z.B. jemand mit einem sehr seltsamen Dialekt an..."Boundesbong?" - bis wir verstanden, was er meinte ("Bundesbahn?") dauerte es doch einige "Pardon?"s länger... :lol:
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Wie viele Epochen, Stilrichtungen, Geschmacksverirrungen und Größen von Schuhmode mag dieses Fabrikschild im Einstieg wohl schon gesehen haben? Wie Reiner übrigens feststellte, war am anderen Wagenende ein abweichendes Fabrikschild zu finden. Bei einigen Serien der "Tweetjes", so der Spitzname in Flandern, wurden der schnelleren Lieferzeit wegen beide Wagenteile in verschiedenen Werkstätten produziert, nur für den elektrischen Teil zeichnete stets ACEC Charleroi verantwortlich. "Vereinigt" wurden die Hälften dann in den SNCB-Werkstätten.
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Was ist das denn für ein komisches Schild? Sowas kennt man bei uns ja gar nicht! Ein Geschäft für Uhren, Stühle und Koffer?
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"Der Bahnhof wurde eingeweiht am 22.12.1998 durch den Verkehrsminister Monsieur M.Daerden und den Bürgermeister von Welkenraedt Monsieur A. Grosjean"
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"Ja, ist ja gut, können wir denn jetzt fahren?" - Moment, irgendwo hab ich doch meinen belgischen Türschließschlüssel... :lol:
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Fortsetzung folgt...

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen 2.0
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 25. Feb 2013, 12:52 
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Auf der Fahrt nach Spa legte unser AM62 in Verviers C. einen längeren Planaufenthalt ein, den wir für ein paar Bilder und allerlei Informationsaustausch mit dem Personal nutzten. Reiner versuchte sich in Englisch mit dem Kollegen, der uns erzählte, daß die SNCB die Abnahme der Desiro ML wegen technischer Unzulänglichkeiten (weshalb auch sonst? :lol: ) gestoppt hätte. Trittstufen, Stromabnehmer, Elektronik - überall gäbe es Probleme. So, wie es momentan aussieht, werden uns die AM62 wohl doch noch eine kurze Weile länger erhalten bleiben. Interessanterweise haben auch die Vectrons einen recht hohen Schadbestand. Es stimmt also offenbar: Sehr Intelligent Erscheinende Menschen Entwickeln Nichtsnutzige Schienenfahrzeuge...
Einhellig bestätigt wurde meine Aussage "Les automotrices vieux roulent partout!" - "Die alten Triebwagen fahren immer!"
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Und so brachte uns der 265 schließlich auch zuverlässig bis ans Streckenende in Géronstère. Wurde auf dem vorigen Bild noch der digitale Korrekturstempel benutzt, dient hier die Bohle des Prellbocks dazu, das Gekritzel an der unteren Ecke des ET zu verdecken....
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Von hier aus ging es dann spontan zu Fuß die kurze Strecke bis Spa zurück, wobei wir nach einer echten belgischen Friture Ausschau hielten. Während Nils den "Schmerzautomat" lustig fand, ergötzte ich mich an gewissen Häuseranschriften. Bei Tchof konnten wir jedoch mangels offener Tür nicht einkehren....es fand sich aber wenige Meter weiter ein "Frittentempel" mit einer Bombenauswahl an belgischem Fast Food und einem tollen Pelletofen, der mein Interesse weckte. Der Preis hingegen schreckte mich dann aber doch etwas ab: € 2.690,-!
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Bei Frites grandes avec Mayonnaise und einem Jupiler wärmten und stärkten wir uns, entdeckten dabei noch Kurhaus, Wandelhalle und Schrägaufzug zum Aussichtspunkt des Kurstädtchens, dessen Name auf einem Bahnhofsschild nahezu formatfüllend auf ein gewöhnliches Bildformat paßt:
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Unser 265 hatte inzwischen jedoch das Weite gesucht, und so hatten wir dann mit einem "Break" das Vergnügen, dessen Stirnfront auch erst mal vor Bildveröffentlichung "bereinigt" werden mußte. Gut erkennbar: Die beachtliche Steigung nach Géronstère hinauf...
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Für Wegzehrung hatten wir zuvor in Spa in einem örtlichen Carrefour-Supermarkt gesorgt...Prost!
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Nach Umstieg in Pepinster in einen weiteren "Break" fanden wir uns in Liège Guillemins wieder, von wo aus wir dann den Bogen über die Niederlande zurück nach Aachen spannen wollten. Hierbei wurde noch mal schnell einen AM62 mitgenommen...
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In Maastricht gelang mir dann noch dieser Hans-Guck-In-Die-Luft-Schnappschuß eines Fliegdingsbums in Annäherung auf den Euregio-Flughafen Maastricht-Aachen flankiert vom NS-Logo...
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Langsam schritt die Zeit voran, und so wurde in Maastricht nicht viel fotografiert, sondern nur das nötigste eingekauft (Vla, Sandwich, Aspirin+C...), und alsbald ein Veolia-GTW 2/6 als "Sneltrein" nach Heerlen bestiegen. Eindrücke dieser Fahrt: Holla, was für eine Beschleunigung, wenig Platz im gut besetzten Zug, schnuckelige Bahnhofsgebäude entlang der Strecke und gar nicht schnucklig in Heerlen, naja - hier bei unserer Ankunft. GTW mit FLIRTgesicht....
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Es ist und bleibt eine lustige Sprache:
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Dem flirtenden GTW kurz auf's Dach geschaut, und schon ging es wieder auf Nahrungssuche...ob das Gerippe der Halle im Hintergrund (Busbahnhof) einst die Bahnsteighalle war?
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In der Ferne hielten ein paar Mat.64-ETs ein Schläfchen, sie stehen vom Alter und vom Fahrgeräusch her unserem AM62 kaum nach....
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Dem Hinweis an der Anzeigetafel wären wir gerne gefolgt, ging es doch komfortmäßig wieder steil bergab, aber leider mußten wir ja irgendwann wieder zurück in die grausige deutsche Bahnrealität...Der Holzklasse-Plastikzug entschwand der Gleisbelegung wegen kurz ins Gleisvorfeld....
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Mit leise surrendem Tatzlagerantrieb rollte dieser Mat.64 an uns vorbei an den Bahnsteig....
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Reiner hatte einen modernen Fast-Food-Laden heimgesucht, und zum direkten Vergleich auch mal niederländische "Frieten" gekauft. Nun hielt er sich den Bauch. Na komm, die waren zwar nicht soooo toll wie die in Spa, aber ganz so schlecht doch auch nicht. Bißchen langweilig vom Geschmack her, aber sonst OK! Die gelben Kartoffelstäbchen lenkten ihn von dem gelben Zug offenbar gut ab, der an ihm vorbeirollte....
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Die Abfahrt als "Sprinter" nach Sittard erfolgte dann "+1"...
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Den GTW gibt es auch als 2/8 mit eingehängtem Mittelwagen, der Vollständigkeit halber noch ein solcher als Bahnsteigbild mit regionaler Bierreklame im Hintergrund....
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Danach gab es keine "Highlights" mehr, es ging kontinuierlich bergab, sowohl topographisch (Denn in der niederländischen Grafschaft Limburg gab es zu Nils' Erstaunen auch Hügel - Limburg ist das Hochgebirge der Niederlande!) - zumindest bis Köln, als auch von der Reisekultur her. Die Fahrt auf den brettharten Sitzen im 643 war zwar kurzweilig, und dank nur langsam einsetzender Dunkelheit auch noch voller Reiseeindrücke, aber die Verfrachtung in der Tal-Ente war eine einzige Katastrophe. Ich fand am Boden eine Schraube, über die wir in Form eines "running gags" nahezu im 3-Minuten-Takt philosophierten...hier ist sie:
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Wir erörterten den Sinn einer "Masterschraube" - und das geht so: 75 Mitarbeiter heben die vorgefertigten und zurechtgelegten Teile des Gerümpels zusammen und halten sie fest, während der 76. Mitarbeiter oben dann besagte Schraube hineindreht, die alles zusammenhält - aus Kostengründen natürlich nur eine. Diese hat aber einen entscheidenden Vorteil. Löst man diese nach Ende der erwarteten Nutzungsdauer (also etwa nach 8-10 Jahren) wieder, zerfällt die Plastikbahn sofort in ordentlich sortierte, recycelbare Rohstoffhäufchen, die man dann nur noch verpacken muß.... :lol:

Der Sitzkomfort auf den (längs wie quer) knapp bemessenen, und nur zur Schau (weil hartes Material) dick "gepolsterten" Folterinstrumenten ist gleich Null. Hat man nicht den Abfallbehälter am Knie (Oben ist der Abstand zwischen Sitz"polster" und Abfallbehälter deutlich erkennbar!), und sitzt zu zweit versetzt in einer Vierergruppe, hat man sogar etwas Platz, aber sitzt quasi auf 1 1/3 Plätzen. Ab drei Reisenden wird es im Vierer eng! Das ist aber beabsichtigt, denn auf der Fahrt nach Köln nahm die Temperatur im Zug rapide ab, was entweder an der kalten Heizung oder der stark an den Einstiegstüren einströmenden Außenluft lag - oder an beidem! Ab Siegburg war dann endlich mal so viel Platz, daß ich meine Jacke wieder anziehen konnte. Bis auf die Wollmütze also exakt das, was mich in Welkenraedt vor dem eisigen Nordostwind geschützt hatte. Nach nur 136 km und zwei Stunden Fahrt hatte ich es dann endlich in mein Auto geschafft, wo mich die Sitzheizung und das Warmluftgebläse bis zu Hause wieder aufgetaut haben...

An diesem Tag hatte ich das fragwürdige Vergnügen, 242 km in diesen Dreckskisten zurückzulegen, und sage Euch: Laßt es, sucht Euch Alternativen...!

Ansonsten kann ich nur sagen: Es war ein schöner, kurzweiliger, amüsanter Tag voller schöner und ein paar weniger schöner Eindrücke. Besonders die Eindrücke, die die Transportgestelle, pardon, "Sitze" der Tal-Ente hinterlassen haben, sind noch zu spüren...

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