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 Betreff des Beitrags: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 2. Feb 2013, 18:48 
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Hallo Leute!
Wie schon im anderen Beitrag angedeutet kam ich mir gestern vor wie auf einer Zeitreise.
Unsere belgischen Nachbarn geben sich zwar auch Mühe, zu modernisieren, sie tun das aber erheblich liebevoller und detailverliebter als unsere moderne deutsche Plastikbahn, und nicht "Alles um jeden Preis".

Beginnen wir mit dem klassischen Logo, das jeder kennen dürfte. 1936, also tatsächlich vor 77 Jahren, erschuf der Designer und Architekt Henry van de Velde das heute noch aktuelle Logo mit den zeitlos runden Formen...Im Gegensatz zu Kurt Weidemann, der den deutschen Hungerkeks "entworfen" hat, stören offenbar unsere belgischen Nachbarn die runden, fast barocken Formen offenbar kein bißchen. Das B-Logo ist damit bereits mehr als doppelt so lange beständig, wie unser schöner alter Bundesbahnkeks (*1956, +1993). Stolz trägt der 51 (!) Jahre alte AM62 das große Symbol an seiner Seite.
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Der euregioAIXpress wartet auf seine Abfahrtszeit - man beachte auch den schönen alten Stromabnehmer. Der Name ist ein schönes Wortspiel, lautet der französische Name für Aachen doch Aix-la-chapelle.
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Auch der kleinste belgische Nahverkehrszug ist stets mit zwei Mann mindestens besetzt, dem Conducteur, dem Lokführer, und dem chef-garde, dem Zugführer, in diesem Falle eine "la" Chef, wie man sieht.
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Man beachte die gediegene Beleuchtung, die auf zwei stets funktionierende mechanische Lüftungsmöglichkeiten scheint - in einem deutschen Zug 2013 fast schon undenkbar. Und wißt Ihr was? Das hat jedes "Abteil" im Wagen, eine (sehr wirkungsvolle) Lüfterklappe und zwei Schiebe-Fenster, die eine Öffnung in der Mitte bewirken, nahezu zugluftfrei - tolle Konstruktion. Sie sind zwar recht klein, aber um mal den Fotoapparat oder den Kopf herauszustrecken reicht es.
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Und weiter geht es. Nüchtern, aber zweckmäßig und ordentlich wirken die Werkstoffe Resopal und Edelstahl...
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Nicht nur das Fahrgeräusch und der Anfahr-Ruck erinnern an den Akkutriebwagen - die Türen öffnen jedoch nach außen....und sind von einer erstaunlichen lichten Weite im geöffneten Zustand!
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Pepinster ist erreicht. Am Keilbahnhof zwischen Verviers Central und Liège-Guillemins zweigt die Strecke nach Spa-Géronstère ab. Von dort kommt ein Anschlußzug genau zur Abfahrminute des IRq (Interregionaux Ligne q) - wie er auf belgischer Seite heißt - an. Aber "la chef" wartet natürlich, da der L-train (mit Halt an jedem Bahnhof 9 Minuten später) eine Viertelstunde später in Lüttich ankommt. Der Himmel hat seine Schleusen geöffnet - und das wollte sich den ganzen Tag kaum ändern... :roll:
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Mein Umstieg in die Gegenrichtung (nach Spa) ließ mir etwas Zeit, um diesen schönen Bahnhof zu portraitieren. Man beachte das frische Pflaster des Keilbahnsteigs unter der sorgfältig restaurierten Überdachung mit der (bis auf die Energiesparlampen) authentischen Laternenbeleuchtung. Im Hintergrund das Empfangsgebäude mit hellem, warmen Warteraum, Fahrkartenausgabe und natürlich einer blitzblanken Toilette, die zum Schutz vor Vandalismus vom Schalterbeamten per Türdrücker freigegeben wird.
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Die anderen Bahnsteige werden über eine ebenfalls saubere, grafittifreie Unterführung erreicht.
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Die alten Geländer aus Gußeisen - gesandstrahlt und neu lackiert - umrahmen den Treppenabgang unter dem herrlichen Dach...
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Die Infotafel erklärt klar und deutlich die Spielregeln: Fahrkarten vorher kaufen, wenn der Schalter offen ist, tust Du das nicht, oder meldest Du dich nicht beim Einstieg beim Zugführer, wenn der Schalter zu ist, wird's halt teurer - Punkt. Keine Diskussionen, kein wenn und aber! Außerhalb der Schalteröffnungszeiten werden übrigens die Toiletten neben dem Relaisraum aufgeschlossen - nicht ganz so schick, aber trotzdem sauber, gratis und vor allem: vorhanden!
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Klassische Zickzack-Formen in Pepinster - eiserne Dachkonstruktionen und ein alter Gleichstromabnehmer des nach Aachen zurückfahrenden 155. Das andere Bild des ankommenden Zuges war wegen des knappen Lichts leider bewegungsunscharf....
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Im nächsten Teil geht es weiter nach Spa-Géronstère - mit einem Fahrzeug, mit dem ich dort eher nicht gerechnet hätte...

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Albert Einstein
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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 2. Feb 2013, 19:45 
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Da steht er nun am Streckenende, der "Break", die Baureihe ("Reeks" bzw. "Série") 03 oder auch AM80 genannt - in seiner leider nicht so wirklich vorteilhaften, neuesten Farbgebung, die geradezu einlädt, sich als Farbschmierer zu betätigen, was in Belgien leider hier und da offenbar ein ernsthaftes Problem darstellt - ich habe mir erlaubt, bei einigen Bildern die Bildausbesserung zu verwenden, und die Schmierereien daheim zu vernichten...
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Hierzu ein kleiner Exkurs in die wechselhafte Geschichte dieses Triebwagentyps. Der fehlende Durchgang zwischen den Einheiten soll ihnen bei ihrem Erscheinen 1981 diesen Namen beschert haben (Man war eben die durchgängigen Altbau-ETs gewohnt), ursprünglich waren diese spurtstarken ETs zweiteilig und im klassischen weinrot lackiert. Das sah dann so aus (Achtung zwei historische Bilder!):
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Auf diesem Bild erkennt man auch den ursprünglichen Zweck und damit auch den Hauptnachteil der Zweiteiler. Hier sehen wir einen IC in Jemelle zwischen Namur und Arlon. Um der Nachfrage Herr zu werden, wurden hier vier AM80 zu einer Acht-Wagen-Garnitur zusammengekuppelt - technisch sind sogar noch längere Zugbildungen möglich!

Zehn Jahre später erkannte man, daß es sinnvoll wäre, die hohe Antriebsleistung (1400 kW - Vier Fahrmotoren mit Thyristorsteuerung im stromabnehmerlosen Wagenteil installiert) für die Mitbeförderung eines einzufügenden Zwischenwagens heranzuziehen. Und tatsächlich wurden die Züge durch die 43 Tonnen Mehrgewicht kaum weniger spritzig. Fortan bot er nun in der ersten Klasse unverändert 32 Plätze, aber 221 in der zweiten statt bisher 139. Der Mittelwagen weist auch höheren Sitzkomfort auf - waren bis dato die ETs standardmäßig mit 3+2-Bestuhlung ausgerüstet, erhielt dieser die Sitze aus den damals ganz neuen IC-Wagen für den Köln-Oostende-Verkehr, und bei der Gelegenheit auch gleich die schicke "Memling"-Farbgebung. In Libramont kommt eine Garnitur aus zwei modernisierten Dreiteilern und einem ursprünglichen Zweiteiler daher:
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Noch was historisches, doch zurück ins Jahr 2013. Kaum jemand weiß, daß es dort, wo der Prellbock steht, einst (1867) weiter ging, nämlich nach Luxembourg über Stavelot und Trois-Ponts. Dieser Abschnitt verlor jedoch schon bald extrem an Bedeutung, als 1890 die Bahnstrecke von Rivage nach Trois-Ponts gebaut wurde, und die Region Lüttich nun damit viel direkter an das Großherzogtum angeschlossen wurde. Noch in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde die Strecke zwischen Spa und Trois-Ponts zurückgebaut, und ist heute kaum noch in der Landschaft auszumachen. Übrig blieb diese (wenn es nicht in Strömen regnet) durchaus reizvolle Nebenbahn-Stichstrecke mit Kreuzungsmöglichkeit in Theux, die heute (seit den 70ern) elektrisch im Stundentakt bedient wird. Ein fahrbarer Untersatz oder gute Marschkondition und berggängiges und/oder wasserdichtes Schuhwerk seien angeraten...
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Ein weiteres, typisch belgisches Detail sind die meist nicht wirklich filigranen "Betonzäune", die man wirklich überall findet, allerdings ist tatsächlich inzwischen vereinzelt ein Übergang zu "normalen" Zäunen, Gittern und ähnlichen Einfriedungen zu verzeichnen...
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In welcher Steigung der Streckenendpunkt liegt, ist an diesem Blick aus dem Fenster auf das waagerecht errichtete Stationsschild deutlich zu erkennen. Zur Abfahrt auf den Isolierabschnitt nach Spa (Anrückmeldung) wird per Lautsprecher die Zustimmung gegeben, und eigentlich nur die Bremse gelöst. Ca. 300 Meter weiter steht das ESig des Bf Spa, der tatsächlich auch noch Weichen und betriebliche Möglichkeiten aufweist. Das schöne Empfangsgebäude ist zwar inzwischen stillgelegt und zu vermieten, aber die SNCB hat sich nur in den ehemaligen Güterschuppen zurückgezogen, und entsprechend dort eine neue FKA, Warteraum und Toiletten errichtet!!!
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So, nächste Portion fertig, ab nach Liège-Guillemins...gleich gehts weiter!

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 2. Feb 2013, 20:31 
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Liège-Guillemins, dieser Bahnhof war Dreh- und Angelpunkt bei unseren "GoPass"-Ausflügen in den 90ern. Wolle und ich nutzten diese tolle 10er-Karte zum Selbstausfüllen oft und gern, besonders auf der Suche nach urigen Dieselloks. Schlappe 1.200 BFr kostete der Spaß, nicht einmal 60,- DM, und das für 10 beliebig einzutragende Freifahrten...egal ob nur 20 km oder von Welkenraedt bis Oostende einmal quer durchs Land. Und Zuschläge für D- oder EC-Züge? Quatsch, gibt es nicht. Und heute auch nur für ICE und Thalys.
Allerdings war der Bahnhof früher von der Optik her eher schmuddelig. Betonüberdachungen, eine düstere Unterführung und ein Zweckbau als Bahnhofsgebäude - aber auch mit allem, was man als Bahnreisender braucht.
Heute ist der Bahnhof unter einem imposanten, geschwungenen Dach des spanischen Architekten Santiago Calatrava untergebracht, lichtdurchflutet und einladend. Obwohl mir der morbide Charme des alten Bahnhofs irgendwie gefallen hat, ist der neue ein klarer Gewinn. Gleich drei AM62 können wir hier bewundern, eine Kollision der Epochen....
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Der Nachteil in diesem Bahnhof ist die Weitläufigkeit. Irgendwann vernahm ich das vertraute Grollen eines amerikanischen Zweitakters (den GM 567 C erkenne ich unter 100en) und das charakteristische "Pft-Pft-Pft-Pft" des Luftpressers, der direkt an der Kurbelwelle hängt...wo kam das her? Endlich sah ich sie hereinrollen, die beiden 62er mit ihrem Schotterzug. 24 Zylinder wummerten hier beim Warten auf Ausfahrt vor sich hin, eine willkommene Abwechslung für den Dieselpower....einen hatte ich ja in Pepinster verpaßt - hätten die doch keine Toiletten auf den Bahnhöfen wie bei uns, dann hätte ich zusammengekniffen, und nicht den dieselbepannten Schotterzug verpaßt... :evil:
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"Nicht einsteigen" mahnt die Tafel...ein Gleis weiter rauscht wieder ein AM62 heran. Dafür, daß es mit der Herrlichkeit im März vorbei sein soll, fahren noch recht viele von den Veteranen....kurz vor Zwölf für dieses 1962er Exemplar!
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Weit über die Kammleiste der Rolltreppe muß man sich vorbeugen, um einen weiten Blick in die Halle werfen zu können, da die ausladenden, dicht beisammen liegenden Träger einen ungehinderten Überblick vereiteln....dennoch eine eindrucksvolle Perspektive....
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Und bei einem (ganz wertfreien) Blick über die moderne Architektur wird deutlich, daß nichts perfekt ist. Wem fällt auf, auf was ich hinaus will?
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Nicht verwechseln, es ist kein AM62, sondern ein AM79. Trotz Thyristorsteuerung und gesteigerter Vmax von 130 km/h auf 140 km/h ist er dennoch konstruktiv verwandt und auch gemischt traktionsfähig. Nicht von der Farbgebung täuschen lassen, die waren auch mal rot, und davor sogar noch grün und hatten die gleiche urige Ausstattung! Dieses Exemplar ist jedoch (man höre und staune) Baujahr 1980, und wird - nicht zuletzt wegen seiner zwischenzeitlichen Modernisierung - noch eine Weile fahren. Mit diesem Zug besuchte ich dann auch noch Maastricht!
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Hier ein Blick auf den modernisierten Innenraum - gut aufgepolstert und mit Kunstleder bezogen bietet er wesentlich besseren Sitzkomfort als unser moderner Scheißkram. Nicht von der Sitzteilung täuschen lassen, in der Regel werden die Bänke nur 2+2 besetzt, auf der einen Seite die Hungerhaken, auf der anderen eher mein Kaliber.... :lol:
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Gleich gehts weiter mit Maastricht!

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 2. Feb 2013, 21:02 
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Und da sind wir schon in Maastricht, und schon fiel mir ein Flirt ins Auge, der gar keiner ist, sondern ein GTW2/6, allerdings die elektrische Version mit der neuen Kopfpartie....Irgendwie mag ich die Dinger... :?
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Ein wunderschönes Bahnhofsgebäude hat Maastricht zu bieten, davor wartet in den Stumpfgleisen ein IRM-Doppelstock-ET in interessanter Sponsor-Beklebung auf Ausfahrt, NS unterstützt den Sport, darauf macht dieser Zug aufmerksam. Vor vielen Jahren warteten dort 515er auf die Abfahrt über Valkenburg nach Aachen....
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Áuch ein sehr schönes Objekt für unseren Stellwerksverein wäre der Posten T in Maastricht, der gerade von einem doppelten "Hondekop", einem Mat64-ET passiert wird. Gar nicht so einfach, bei einem schnell einfahrenden Zug die Front komplett sichtbar zwischen die zahlreichen Masten zu bekommen....
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Dann stellte ich als "Karnevalsjeck" fest, daß die Bahn im Ausland näher am Menschen ist. Wie sonst kann man sich die Dekoration in der Schließfachhalle der Karnevalshochburg Maastricht erklären, die mein Herz mit Freude erfüllte....
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Da hatte ich aber die prächtig dekorierte Haupthalle noch nicht gesehen....DAS ist doch mal eine Karnevalsdeko, inklusive NS-Logo und dem Schriftzug "Mestreech", dem Ortsnamen im Limburger Dialekt. Bei uns bekommt man es (wahrscheinlich) noch nicht mal ohne Sticheleien hin, einen abgeschlossenen Zugteil für karnevalistische Reisende freizugeben....
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Hier noch das EG von außen - eine Verkehrskathedrale, wie sie im Buche steht, inklusive Glasmalereien & Co....
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Und am Bahnsteig wartete zu meiner Freude wieder ein AM62 auf mich, der sehr gut besetzt war, aber bis Eijsden unter den in NL üblichen 1500 Volt auch mit Shuntschaltung keine richtige Spritzigkeit entwickeln wollte. Erst als nach dem Streckentrenner die vollen belgischen 3000 Volt zur Verfügung standen, zeigten die Tatzlagermotoren so richtig, was sie können....
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Hier warf ich dann auch mal einen Blick in die 1. Klasse....1. Klasse? Was das ist? Nun, das ist der Bereich, wo bei uns die Fahrkarten so teuer sind, und die Sitze...pardon...Folterinstrumente invers gemustert sind. In richtigen, alten belgischen Zügen sieht das dann eben so aus....
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Dieses war der vierte Streich, doch der fünfte folgt sogleich! Das war's dann aber auch!

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Sa 2. Feb 2013, 21:29 
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So, Endspurt...
Eigentlich wollte ich noch einmal zwischen Lüttich und Aachen aussteigen, um wenigstens ein oder zwei Streckenbilder hinzubekommen, aber der kalte Regen und der Wind hatten mir dermaßen zugesetzt, und alles durchweicht, daß mir die Motivation fehlte. Und so beließ ich es dann bei ein paar Bildern vom AM62 in Liège.
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Unmittelbar neben mir stand ein Pärchen, dessen Küsse und Liebesbekundungen fast schon kopulative Züge annahmen, und sie schienen mich für eine Art Spanner zu halten, aber was interessierte mich deren Geschmatze in der Öffentlichkeit, da unten stand ein 5 Jahrzehnte altes Eisenbahnfahrzeug im Plandienst!!! Mir doch egal, was die denken - sollen sie sich doch wo anders weiter ablutschen...
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Auch diesen Break in der Memling-Farbgebung wollte ich verewigen, solange es die noch gibt. Zu Hause wurde er dann verarztet, und von der Seuche aus der Spraydose befreit...danach wollte ich allmählich heim...ich spürte die sich heute hartnäckig einnistende Erkältung bereits.
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Aber nicht ohne mir ein weiteres Stück (bei uns) längst vergessener Eisenbahnromantik zu sichern, das Kursbuch, das es immer noch gibt, und das einen eindrucksvollen Umfang für dieses kleine Land aufweist - wenn der Spaß auch nicht ganz billig ist: 13 Euro, allerdings inklusive eines Gutscheins fürs Sommerkursbuch ab Juni...wie man sieht, habe ich mich für die Investition von € 3,90 entschieden für ein "Surclassement"...
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Hier noch einmal ein Blick in diese plüschige, herrlich altmodische Einrichtung. Was ich nicht verstanden habe: Ich habe nach einem Zuschlag für die 1. Klasse gefragt, und diesen auch kostenpflichtig erhalten, während ein paar (wie sag ich das jetzt wieder politisch korrekt?) Extrempigmentierte sich lauthals und in einer unverständlichen Sprache plappernd in der Sitzgruppe nebenan breit machten, und sich auch vom Zugführer nicht vertreiben ließen....die konnten noch nicht einmal meine leistungsstarken Sennheiser-Kopfhörer am mp3-Player übertönen - furchtbar sowas. Die meisten von denen (Der Zug war kurioserweise voll davon, ich dachte schon, wir seien über belgisch Kongo gefahren) "beschallten" mich dann auch anschließend im RE1 nach Köln... :roll:
(Mann oh Mann, hoffentlich regt sich jetzt nicht schon wieder irgendein Gutmensch über diese Sätze auf.... :roll: :roll: :roll: So ist es halt gewesen und Ende!!!)
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Ankunft in Aachen - modern und dreckig trifft alt und sauber. Naja, immerhin sind in diesen 643 ausschließlich (!) vis-à-vis Sitzgruppen eingebaut, da habe ich wirklich gestaunt. Aber die 1. Klasse besteht nur aus einer (nicht mal anders gemusterten, geschweige denn abgetrennten oder anderweitig unterscheidbaren) 2x4-Sitze-Abteilung am Großraumende - eine Frechheit, für sowas extra Fahrgeld zu verlangen!!!
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Leider war auch beim 189 (besonders) die hintere Hälfte extrem eingesaut, so daß hier der Klonstempel angesetzt wurde....hier kurz vor der Rückfahrt nach Belgien.
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Die Frontpartie war besonders schlimm zugerichtet, ich habe es in mühevoller Kleinarbeit bereinigt...Ausfahrt mit 60 km/h in Richtung Aachen Süd....bis hoffentlich bald, Ihr urigen Züge, ich komme wieder!
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Und was ist mit Euch? Appetit angeregt? Belgien hat bahnmäßig viel zu bieten....das war schon in den frühen 90ern so, und ist heute immer noch der Fall, wenn auch nicht mehr ganz so urig wie damals - aber eben traditioneller als bei uns!

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: So 3. Feb 2013, 23:24 
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Triebwagen 270 & 268 fahren gerade als IR 5007 in Aachen ein

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Tw 259 als IR 5458 im Keilbahnhof Pepinster (auf dem Weg nach Welkenraedt)

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Triebwagen 270 & 268 verlassen als IR 5009 die Neubaukathedrale Liege-Guillemins

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Eurosprinter 1826 mit dem IC 480 einfahrend in Liege-Guillemins

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Mit dem AM26 652 ging es als IR 5360 dann nach Maastricht

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Eurosprinter 1808 mit dem IC 1732 nach Saint Ghistain wartete auf Anschlußreisende

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Veolia´s 030 001 verläßt als 32032 den Bahnhof Maastricht nach Maastricht-Randwyck

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NS Sprinter Triebzug 2991 verläßt als RE 6827 den Bahnhof Maastricht nach Maastricht-Randwyck

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NS Sprinter Triebzug 2991 kommt von Maastricht-Randwyck zurück
Die beiden "hängenden" Glühlampen sind das blinkende Bü-Signal für die Lokführer, wenn die Schranken in unterer Endlage sind.

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Die an Locon vermietete NBE Rail 203 163 mit dem Müllzug aus Eygelshofen beim rangieren der Wagen

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Am 21. März 2011 fuhr der Zug noch unter ACTS Regie durch den Bahnhof von Heerlen

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Die 2714 mit dem IC 1734 nach Saint Ghistain (am Zugschluß die 2703)

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Beim warten anf meinen Zug nach Pepinster, mal die Rundungen abgelichtet

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Eurosprinter 1805 mit dem einfahrenden IC 535 nach Oostende

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Es regnet munter weiter, als die CFL 3017 mit dem IR 117 nach Luxembourg einfährt

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AM 26 259 als R 5464 in Spa-Geronstere nach Welkenraedt

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Eurosprinter 1862 mit dem IC 538 nach Oostende, vor dem Bahnhofsgebäude von Verviers Central

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Kaum in Aachen angekommen: SNCB Cobra 2828 (E186 220) mit Getreidewagen durchfährt Aachen Hbf richtung Köln

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Da fährt er hin, AM 26 189 verläßt als IR 5037 den Aachener Hbf, um 16:35 Uhr

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Mal rüber nach Aachen West, mal schauen was so im Anschluß der RWTH im Außengelände an Versuchsträgern steht.....

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.... und der Prototyp des Cargomovers (steht gegenüber vom Bahnsteig Aachen West)

Dann nochmal auf den Domplatz, u.a. zur Firma http://www.huenerbein.de und abends mit dem ICE 19 wieder heim........

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Gruß, Michael


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Mo 4. Feb 2013, 21:13 
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Beiträge: 28
Hallo,
sehr schöne und interessante Bilder!

VG aus Luxemburg,
Mike


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Di 5. Feb 2013, 10:06 
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Danke, freut mich, wenn's zusagt. Ich strebe vor der Abschiedsfahrt (für deren geplanten Termin ich mir extra freigenommen habe) noch einen Planverkehrs-Besuch an, also wenn noch jemand Lust hat, es ist gar nicht so teuer....vielleicht klappts ja auch dann nochmal mit Sonne, auch wenn der Himmel über den bevorstehenden Verlust zu Recht weinte....

Ist eigentlich jemandem aufgefallen, daß bei den von Michael "verhafteten" AM 62 etwas anders ist, als bei meinen?

Es handelt sich um Exemplare der Lieferjahre 1965/66, die mit einem ACEC-Stromabnehmer (Okay, für uns als "Gastexperten" wohl eher kaum erkennbar) ausgerüstet sind, und über vertikal angeordnete Stirnlampen (Schon eher erkennbar... :P ) verfügen. Das war nur bei den Nummern 251-270 der Fall. Sie sind sozusagen eine ganz besondere Rarität!

Ihr "Gesicht" wirkt dadurch meiner Meinung nach etwas weniger "streng"... ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Di 5. Feb 2013, 12:51 
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Registriert: Mi 23. Jun 2010, 06:29
Beiträge: 2426
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Dieselpower hat geschrieben:

Und bei einem (ganz wertfreien) Blick über die moderne Architektur wird deutlich, daß nichts perfekt ist. Wem fällt auf, auf was ich hinaus will?
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Von hier hat man leider keinen Blick auf die Dynamischen Schrift Anzeiger (die drei sichtbaren grauen Kästen dürften wohl DSA sein).

Ansonsten ein riesiges BEDANKT :!: für diese Zeitreise in eine aus deutscher Sicht fast unbekannten Welt (neue, kostenlose Toiletten usw.). Da sollte sich unsere "geliebte" Station&Service AG mal eine Scheibe abschneiden. Aber wahrscheinlich haben die kein Messer dafür ... :lol:

_________________
mendener

Achtung: Der o.a. Text kann Spuren von IRONIE enthalten!


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 Betreff des Beitrags: Re: Zeitreise nach Westen...
Ungelesener BeitragVerfasst: Di 5. Feb 2013, 16:03 
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Solche Beiträge präsentiere ich Euch besonders gerne, damit es nicht heißt, ich würde nur grundlos über die Deutsche(n) Bahn(en) herziehen und meckern - ich zeige gern, daß es gar nicht weit weg von hier auch anders geht....


Naja....die DSAs meinte ich jetzt nicht, das sind übrigens ganz normale, grafikfähige Farbbildschirme, keine DSAs, die können erheblich mehr als die doofen Dinger mit den immer mehr werdenden Verspätungen in den Inversanzeigen.....

Ich wollte eigentlich auf die gut erkennbare Reichweite der Schrubber hinaus, mit denen der Dreck von den Oberflächen der Träger entfernt wird.... :lol:

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